Dienstag, 26. September 2017

Es war einmal in einer anderen Welt

Es war einmal in einer Welt, in der sonderbare Gewächse wucherten. Der Boden war teilweise mit einem grünen Teppich bedeckt, der aus dem Boden sprießte. Hier und dort sah man noch andere Gewächse: Mit langen, grünen Stängeln, breiten Auswucherungen seitlich und oben, am Ende, eine kleine Knolle von der bunte, ovale Blättchen abstanden. Es sah aus wie ein Schirm.
Ein seltsames Gebilde und doch gleichzeitig wunderschön anzusehen. Davon gab es unzählig viele und in allen Farben und Formen, die man sich nur vorstellen konnte.
Und dann gab es noch andere, riesige Gebilde aus braunen Stämmen und grünen Spitzen. Es gab so viele und fast alle waren sie verschieden. Doch mit der Zeit wurden sie langsam weniger. Erst kaum merklich, aber dann verschwanden sie von der Bildfläche. Bis kaum noch etwas übrig war.
Der grüne Teppich wurde braun und zerfiel schlussendlich zu staub. Und die kleinen bunten Schirmchen verdorrten und starben.

Und das alles nur, weil ein kleines Tierchen von der Bildfläche verschwand. Ausgerottet, ermordet und zerschlagen.
Zu Lebzeiten war es ca. 2 cm groß, hatte kleine Flügelchen und summte beim Fliegen munter vor sich hin. Sein markantes Merkmal war der schwarz-gelbe Streifenanzug, den es trug.
Es trank aus den bunten Schirmchen und ließ als Gegenleistung goldenen Staub da, der alles am Leben erhielt. Alles: den grünen Teppich, die bunten Schirmchen, die riesigen Gebilde mit den braunen Stämmen und... die, die sie beherbergten. 
Und obwohl sich manche Bewohner dieser Welt für die Schlausten und Größten hielten, waren sie dumm und töricht. Waren stolz darauf, dass sie auf zwei Beinen liefen, nur wenig Fell hatten und angeblich intelligenter waren als alle anderen. Pustekuchen. Sie waren dumm, naiv und vergaßen ihren Instinkt.
Nicht nur, dass sie selbst ihre Welt zerstörten, sie rotteten auch das aus, was sie am Leben erhielt. Das kleine Geschöpf, das niemanden etwas tat. Unschuldig und klein.
Fühlten sie sich durch den kleinen Stachel bedroht oder durch das Summen gestört, zerschlugen sie das kleine Streifenkügelchen mit einem Schuh oder der Tageszeitung, traten drauf oder ertränkten es im Wasserglas.
Sie starben langsam, nach und nach. Sie wurden weniger und weniger bis es keine mehr gab. Und dann, ja dann dauerte es nicht mehr lang bis auch der Rest starb.

Die Bäume, die Blumen, die Tiere und schlussendlich der Mensch.

Von wem ich spreche? Von der Biene.


Bildergebnis für bee tumblr

“Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.” - Albert Einstein

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