Freitag, 25. August 2017

Paderboring

Libori, Schützenfest und Lunapark,
Sachen die jeder eingesessener Paderborner mag.
ASTA, Holi und Tausendquell,
hoch mit Fackeln und Mistgabeln, schnell!

Mensch, Herbert und Hilde! Ward ihr nicht auch mal jung?
Wolltet was erleben und ward auf dem Sprung?
Ist die Oststadt denn nicht schon außerhalb?
Wo sollen wir denn hin? Auf's Land zu Kuh und Kalb?

Ihr habt doch auch eure Feste, warum uns unsere nehmen?
Macht ihr euer Missgönnen zu unseren Problemen.
Überall sind wir unerwünscht und zu laut,
Schimpft ihr uns "Junggemüse" und "Unkraut".


Quelle: Westfälisches Volksblatt

Paderborn und seine Paderborner,
die kleinliche Stadt hat empfindliche Anwohner.
Die Komfortzone ist für eine "Großstadt" unglaublich klein,
und eigentlich, kann das doch nicht sein.

Tradition ist gut, Gewohnheit noch besser,
Paderborner lieben die Routine und ihre Padergewässer.
Veränderungen werden mit Argwohn verhöhnt,
verurteilt, nicht akzeptiert und verpönt.

Keine neuen Geschäfte, keine neuen Läden,
dafür der überteuerte Padersprinter und schlechte Orthopäden.
Paderborn ist in "der guten, alten Zeit" hängen geblieben,
und hat in ein paar Jahren ihre "Zukunft" vertrieben.


Quelle: unbekannt, wahrscheinlich Lokalblatt

"Paderboring" wirst du mittlerweile fast nur noch genannt,
bist für den Abstieg von Bundesliga in die Dritte im ganzen Land bekannt.
Aber nicht für deine Vielfalt oder Toleranz,
alles ist gleich, bloß nichts ändern. Wozu dieser Affentanz?

Und eigentlich ist unsere Stadt malerisch und schön,
ich kann diese dummen Beschwerden aber nicht mehr sehen.
Moderne wird systematisch ausgeschlossen,
was haben wir Jungen schon Tränen vergossen.

"Paderborn, Paderborn. Meine Stadt ich liebe dich",
sagen alle, nur nicht ich.
Eine Kleinstadt, die sich Großstadt nennt,
welche aber nur utopische Dorfregeln kennt.



© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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