Montag, 10. Juli 2017

Für Omi

Du warst irgendwie schon immer da,
selbst seitdem ich ein kleines Kindchen war.
Bald wirst du schon 85 Jahre alt,
und gibst immer noch ganz viel Halt.

Zwar habe ich dich nicht immer gesehen,
habe aber viel an dich gedacht, muss ich gestehen.
552 km wohnst du von mir entfernt,
habe ich früher von Mama gelernt.

In den Oster-, Sommer- und Herbstferien waren wir stets da,
du hast mich gedrückt, umarmt und kamst mir so nah.
Kinder finden das ja immer doof,
ich rannte daher immer direkt in den Hof.

Denn dort wartete Maggie immer auf mich,
schwarzer Hund mit weißem Strich.
Ich schnappte mir Hund und Leine,
lief mit ihr durch Gras und über Steine.

Stundenlang waren wir fort,
entdeckten unterwegs immer einen neuen Ort.
Erlebten so viele, unzählige Abenteuer,
waren Indianer oder bekämpften Ungeheuer.

Danach war erstmal Mittagspause,
und ich ging wieder mit Hund nach Hause.
Zum Naschen gab es dann immer Schokoriesen,
hoch seien sie gepriesen!

Regnete es, durfte ich mir alte Fotos ansehen,
schwarz-weiß, von Feiern, Ausflügen oder Badeseen.
Oder ich durfte oben, bei Onkel Dirk, Computer spielen,
Modern Talking hören und auf Mohrhühner zielen.

Danach ging es wieder raus in die Welt,
mit Rad und Hund, ab aufs Feld.
Wolkenbilder beobachten oder mit Maggie toben,
später wurde vor Müdigkeit das Rad nach Haus geschoben.

Zum Abendbrot gab es dann meist ne Stulle,
und für mich allein eine ganze Apfelsaftpulle!
Schworst immer auf Kerrygold-Butter,
meine allerliebste, feinste Großmutter.

Ähnliches Foto

Und was ich eigentlich hier sagen will,
ich war sonst ja immer so still.
Wenn ich als Kind bei dir war,
so drei- viermal im Jahr,
dann fühlte sich das immer nach Freiheit an,
mit den Stullen, dem Rad und dem Hundegespann.
Auch, wenn ich nur selten kommen kann,
bleib ich mit meinen Briefen dran,
versuche so dir nah zu sein,
dann bist du nicht so ganz allein.
Bin bei dir, ob hier oder dort,
schaue zu dir rüber, Richtung Nord.
Und denk dran, auch Opi schaut auf dich hinunter,
freut sich, wenn du lachst und bist munter.
Denk stets daran, ich hab dich lieb,
wurde mir nochmal richtig klar, als ich das hier schrieb.


© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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