Dienstag, 18. April 2017

Gegen ihren Willen

Geschützt im Schein,
aber ganz allein.

Oder vielleicht auch nicht?
Der Schatten so schwarz und dicht.

Dort lauern sie so nah,
zu spät, als sie sie sah.

Zwei Männer hinter ihr,
in ihren Augen glänzt die Gier.

Die Laterne leuchtet gelb,
sieht ihren Schatten, als sie fällt.

Fest am Schopf gepackt,
ihr Herz schlägt im Paniktakt.

Der erste Tritt tut am meisten weh,
sie schreit, das stumme Reh.

Noch ein Tritt, noch ein Schlag,
so ein dunkler Tag.

Plötzlich wird es kalt,
ihre Augen offen einen Spalt.

Zerrissenes T-Shirt, keine Hose,
liegt sie in eindeutiger Pose.

Schnell liegt er über ihr,
er riecht muffig und nach Bier.

Dann ein brennender Schmerz,
spürt sie ihn bis in ihr Herz.

Dann immer weiter und schneller,
wann wird es endlich heller?

Wie betäubt liegt sie da,
während er stöhnt: »Oh, ja!«

Zeit vergeht und doch steht sie still,
noch ein Schlag, bis der Zweite will.

Hält sie fest und dringt hinein,
fängt an sie zu würgen, dieses Schwein.

Keine Luft, nur die Qual,
fester, härter, jedes mal.

Die Welt ist blass, gar verschwommen,
sie selbst ist wirr und benommen.

Dann noch ein Schlag und ein Tritt,
vor den Kopf und in den Schritt.

Kann nicht schreien und tut es stumm,
Schmerz innen und drum herum.

Sie will und kann nichts spüren,

lässt sich von Ohnmacht in die Finsternis führen.


Bildergebnis für raped


© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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