Sonntag, 19. März 2017

Wir wollen

Wir sehnen uns nach Ruhe und nach Frieden,
gleichzeitig wollen wir was erleben, Abenteuerpläne schmieden.
Wir wollen Urlaubsfotos, Postkarten und ein Souvenir,
warum reicht nicht der Garten, der Grill und ein Bier?

Wir wollen immer mehr von dem was wir besitzen,
haben wir den Sessel, wollen wir lieber auf dem Thron sitzen.


Wir wollen auf das Sofa, wenn wir wandern sind,
essen wir Hühnchen, wollen wir lieber Rind.
Haben wir Locken, wollen wir glattes Haar,
sind sie kurz, wollen wir sie lang, ist doch klar.

Wir wollen meist das Gegenteil von dem was wir haben,
sind am schmachten, beneiden, aber bloß nicht weiter sagen.


War der Nachbar auf Sylt, fahren wir nach Föhr,
Kim war am Atlantik, also fahren wir auch ans Meer.
Die neue Kollegin hat so eine schlanke Figur,
ich will auch, also her mit der Chiasamen-Schlankheitskur.

Wir wollen das was der andere hat,
sehnen uns nach Veränderung, sind uns selbst schon satt.


Wir wollen möglichst weit weg, wenn wir gerade hier sind,
wenn wir hinsehen sollten, sind wir lieber blind.
Verlieren uns selbst auf der Suche nach Veränderung,
verlieren unser Spiegelbild und die Erinnerung.
Suchen, finden und vergessen was wir eigentlich wollen,
gehen zurück, finden was Neues und so gerät alles wieder ins Rollen.

© Dia Nigrew/Claudia Wergin

1 Kommentar:

  1. Sehr sehr gut gesagt! Ich versuche mehr den Augenblick zu genießen, denn nur das kann letztlich wirklich glücklich machen.
    LG Scarlet ( https://scarlettheredsite.wordpress.com/ )

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