Montag, 17. Oktober 2016

So einfach

Und ich kann nicht atmen, kann nicht schlafen.
Ich sitze auf dem Boden und schaue die leeren Wände an,
an dem letzte Woche noch unsere Bilder hangen.
Die Wände, alle so leer wie mein Herz,
ich bin eine Hülle, gefüllt mit kalten Schmerz.
Meine größte Angst war immer dich zu verlieren,
und nun muss ich mich zwingen deinen Verlust zu akzeptieren.
Meine Tränen lassen meine Wangen brennen,
wie konntest du dich so einfach von allem trennen?
Ich bin meilenweit entfernt von dir,
aber du bist noch direkt neben mir.

Ich hab gehört, jemand Neues ist nun an deiner Seite,
ist sie es, die dich von mir befreite?
War sie schon da, als es mich noch gab?
Dachtest du an sie, als ich neben dir lag?
Du sagtest mir, du brauchst erstmal Zeit,
warst aber schon mit mir fertig und für sie bereit.
Ich hab gehört, du kannst wieder lachen,
wie könnte mir das nichts ausmachen?
Denn ich liege hier im Sand,
verliere den Kopf und den Verstand.

Ich bin Schnee von gestern, ich bin vorbei,
du bist ohne mich wohl endlich frei.
Du siehst nach vorn und ich zurück,
trauere hinterher, unserem Glück.
Ich kann nicht sehen was kommt,
und du siehst schon den Horizont.

Wie kannst du nur? Wie machst du das?
Ich komme nicht voran, trage noch unsere Last.
Ich sehe nur den Boden unter meinen Füßen Risse ziehen,
ich weiß nicht wie, aber ich will davor fliehen.
Doch es verfolgt mich, lässt mich nicht los,
lass mich endlich fallen, gib mir einen letzten Stoß.

Und ich kann nicht atmen, kann nicht schlafen.
Für dich ist alles so einfach,
und für mich ist es so schwer.
Ich liebe dich immer noch viel zu sehr.
Ich wünschte, ich würde dich hassen,
aber mein Herz will mich nicht lassen.
Vielleicht sieht es es irgendwann ein,
vielleicht kann ich mich irgendwann von dir befreien.
Dann kann ich wieder atmen, vielleicht auch wieder schlafen.

© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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