Montag, 11. Juli 2016

Wenn Veränderungen alles verändern, was ändert sich eigentlich dann alles?

"Ich finde es nicht gut."
"Warum?"
"Veränderungen bringen nichts Gutes mit sich, deswegen. Warum etwas ändern, wenn es doch so alles funktioniert."
"Für dich."
"Für mich?"
"Für dich funktioniert es."
"Für dich doch auch."
"Nicht mehr."

"Ach, auf einmal?"
"Nein, langsam und schleichend. Mit dem Gedanken, dass es nicht mehr so klappt, kam auch automatisch die Veränderung. Also ist sie eigentlich schon da."
"Nein, ist sie nicht. Du willst, dass die Veränderung kommt. Da ist sie aber noch nicht."
"Findest du denn, das alles noch so ist wie früher?"
"..."
"Geschmäcker ändern sich, Haarfarben ändern sich, Vorlieben ändern sich, Einstellungen ändern sich, Lebenslagen ändern sich, Menschen ändern sich."
"Ist es so einfach?"
"Nicht immer. Mal so und mal so. Aber Veränderung bedeutet in jedem Fall sich weiterentwickeln. Egal in welche Richtung es sein mag."
"Kann sein, aber nicht immer positiv."
"Das kommt auf die Perspektive an."
"Ach ja?"
"Du musst mir dir leben und das bis du stirbst. Du musst mit dir zufrieden und im Reinen sein. Wenn deine Mitmenschen mit deiner Veränderung nicht zurecht kommen, ist es ihr Problem. Und ihre Probleme können sie gern behalten. Sie müssen dich so lieben wie du bist. Das tust du doch auch mit ihnen."
"Klar, findest du das aber nicht doch ein bisschen egoistisch? Du solltest auf deine Freunde und Familie in solchen Fällen auch hören und das Problem lösen."
"Welches Problem?"
"Na, wenn sie ein Problem mit deinem Tun und Handeln haben... oder wenn ihnen eine Eigenschaft nicht gefällt."
"Drehen wir uns hier nicht im Kreis? Wenn es etwas schwerwiegendes ist, wie zum Beispiel gezieltes gemein sein, starkes Rauchen oder gar Drogen nehmen, dann sollte man auf jeden Fall auf die Anderen hören. Es wäre auch schrecklich, würde mein Umfeld mich damit im Stich lassen. Aber bei anderen, kleineren Dingen..., weil sie das Alte gewohnt sind und das Neue (noch) nicht kennen, warum sollte ich dann wieder einen Schritt zurück machen?"
"Ihnen zu Liebe?"
"Lebe ich denn für sie?"
"Ein bisschen schon."
"Das stimmt. Aber ist es denn so ignorant auch mal an mich zu denken?"
"Nein."
"Siehst du?"
...
"Du hast dich so verändert."
"Ich weiß."
"Du hast dich verändert."
"Das hoffe ich."


© Dia Nigrew/Claudia Wergin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen