Donnerstag, 21. Juli 2016

Dunkle Poesie ist die Stärkste

Und die Einsamkeit zerfrisst mich, obwohl sie gar nicht real ist. Es sind so viele da und doch bin ich ganz allein. Wo ist sie hin die wohlige Geborgenheit, die fröhliche Wonne und der innere Frieden?
So viel ist oberflächlich und so wenig tiefsinnig. So viel bröckelt und so wenig gibt Halt. Ich stürze die Klippen hinab und falle in diese unendliche, tiefschwarze Schlucht. Unsicherheit, Nervosität und Angst unterdrücken meine Schreie und so falle ich stumm in das tiefe Loch der Introvertiertheit.

Ich igle mich ein, rolle mich zusammen und errichte eine unsichtbare Mauer. Unnütz, denn niemand ist da um sie zu erklimmen. Und so steht sie da, unberührt und aus kalten Stein. Hält mich gefangen und andere fern. So weine ich in mich hinein und schweige die Gedanken weg. Gefangen in meinem Verlies aus Tränen und Trauer und eingeschlossen von mir selbst.

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Der Tag ist dunkel und das bleibt er auch. Gelähmt von der Trägheit und Müdigkeit bleibe ich liegen, kann nicht aufstehen. Will es nicht. Ich starre in die Dunkelheit, in die dunklen Wolken und den Rauch der mich nichts erkennen lässt. Ich sehe nichts, nicht was war und nicht was kommt. Ungewissheit. 

Die Erde bebt. Erst leise, dann laut und die Mauern die ich so mühsam errichtet habe, fallen zusammen. Trümmer. Das was ich mir aufbaute, sei es egal aus welchen Gründen, ist nun auch verloren. Ungeschützt liege ich da und blicke mich um. Schwerfällig und langsam erhebe ich mich. Ich lasse den Staub und die Steine durch meine Finger gleiten und spüre ihre Kälte.

Die Stille nagt an mir, frisst mich an und fast auf. Von innen nach außen verbreitet sich das Brennen und der Schmerz. Ich bin verletzt, weiß aber nicht wo, kann den Quell nicht orten. Ich weiß nicht wie ich mich verarzten soll. 
Der Schmerz wird unerträglich, die Tränen laufen über meine Wangen und werden immer größer. Von außen kalt und von innen heiß. Instinktiv stehe ich auf, krümme mich dabei. Wackelig gehe ich durch die Dunkelheit, kleine Schritte und schwankend.

Ich laufe und laufe, weiß nicht wohin. Wohin trägt mich mein Schmerz? Wohin bringt mich das Leid? Die Unendlichkeit hält mich gefangen, so muss sich die Hölle anfühlen.

© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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