Donnerstag, 30. Juni 2016

Das Heim für besondere Mädchen - Part 5

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Fiona und Josy sitzen vor der Hütte auf dem Boden und sehen in den rosa Himmel. Sie hören die Vögel zwitschern, welche sich in der Nacht in ihren Nestern versteckten.
"Glaubst du das wirklich?", fragt Fiona.
"Ich sage nicht, dass ich es glaube. Ich sage nur, dass es ihr ähnlich sah. Die Größe und das Gewand auf jeden Fall.", antwortet Josy. Als die Mädchen aus der Hütte kamen und Josy zum Wald sah und über das Monster nachdachte, traf sie der Gedanke wie ein Schlag. Das Monster hatte dasselbe Gewand wie die Schulleiterin Caligo an und war auch fast so groß wie sie. Was ist, wenn...
"Ich könnte es mir vorstellen.", sagt Fiona und Josy schaut sie verdutzt an.
"Überleg doch mal: sie ist eine mächtige Hexe. Keiner kann ihr etwas anhaben. Eigentlich. Warum sollte sie uns für drei Tage und Nächte hier einsperren, obwohl seit Jahren eine Nacht die reguläre Strafe ist? Was haben wir so schreckliches getan? Wir haben uns gestritten. Na und? Es sei denn sie bestraft uns nicht für unseren Streit, sondern für etwas anderes."
Josy versteht es auf Anhieb: "Wir sind eine Gefahr für sie. Und sie hat nicht nur eine Barrikade errichtet, sondern auch versucht unsere Kräfte zu blockieren."
"Genau. Sie hat gesehen, wozu wir fähig sind. Sie will uns los werden. Sie kann uns nicht vor allen anderen töten, also macht sie es so. Was ist wenn alle Mädchen die hier her geschickt wurden und verschwunden sind auch mächtige Kräfte hatten? Sie wurden beseitigt.", sagt Fiona.
"Aber die waren auch nur eine Nacht hier."
"Wir sind aber zu zweit."
Stille.
Den halben Tag verbringen die Mädchen vor der Hütte ehe sie anfangen, diese wieder etwas bruchsicherer zu machen. Sie sammeln große Steine und Äste, um abends wieder die Tür damit verbarrikadieren zu können.
"Hey!", hören sie plötzlich hinter den Bäumen leise jemanden rufen und sie drehen sich in Richtung Wald. Es ist Mathilda, die sich hinter einem Baum versteckt.
"Mat-", beginnt Josy, aber Mathilda hält sich den Finger vor den Mund.
"Ich habe nicht so lange Zeit. Hört zu. Caligo wurde verletzt und macht euch dafür verantwortlich. Sie hat behauptet, dass ihr mit schwarzer Magie versucht hättet sie umzubringen, weil sie euch bestraft hat. Sie will heute Abend kommen. Wer weiß was sie vor hat. Aber sie war außer sich.", flüstert sie ängstlich.
Josy und Fiona schauen sich an.
"Hatte sie eine Wunde am Kopf?", fragt Josy.
"Ja, woher weißt du das?", fragt Mathilda und geht einen Schritt zurück. Fiona und Josy schauen sich erneut an und erzählen Mathilda, was ihnen in der Nacht widerfahren ist und was sie glauben.
Mathildas Kopf schwillt an. "Bleib ruhig! Wenn du gleich wieder hier rum krakeelst, dann weiß sie dass du hier bist und will dich dann auch noch kalt machen.", zischt Josy sie genervt an. Mathildas Atmung verlangsamt sich und sie wird ruhiger. Es dauert zwar etwas, aber es klappt. Mathilda glaubt ihnen direkt, da sie selbst davon überzeugt ist, dass etwas in der Schule nicht stimmt. Deswegen habe sie immer solche Angst. Sie fühle "das Böse".
"Du fühlst es?", fragt Josy.
"Ja. Deswegen schwillt mein Kopf immer so an. Umso näher es mir ist, desto eher kommt mein Schrei.", antwortet Mathilda.
"Also bist du eine Art Alarmsystem für...", beginnt Josy.
"Für Dämonen, Flüche, schwarze Magie.", beendet Mathilda den Satz.
"Und ich dachte du wärst einfach ein Angsthase.", lacht Josy.
Fiona runzelt die Stirn: "Warte mal. Dämonen, Flüche? Schwarze Magie?"
"Ja, wieso fragst du so?"
"Mathilda! Ist dir nie der Gedanke gekommen, dass du auf jemanden oder etwas in der Schule reagierst!?"
"Doch, schon... aber ich hatte doch Angst.", stottert Mathilda und wird rot.
"Angst!? Mathilda, da treibt etwas in unserem Zuhause sein Unwesen, was junge Hexen tötet und du hast nichts gesagt, weil du ein bisschen Angst hattest?", blafft Fiona sie an. Sie ist fassungslos darüber, dass Mathilda nie etwas gesagt hat. Obwohl sie doch wusste, in welcher Gefahr sie sich alle befinden. Mathilda sagt nichts.
"Ist dir klar, dass deine Fähigkeit auch ziemlich wertvoll ist? Du bist für jeden bösen Geist oder was auch immer eine Gefahr! Anscheinend auch für Caligo, wenn sie tatsächlich dieses Monster ist. Hätte sie dich anstatt uns hier hin verfrachtet und wir hätten nichts gesagt obwohl wir wussten, was hier läuft... wie hättest du dich dann gefühlt?", fragt Fiona wütend. Aber Mathilda sieht nur wieder zu Boden. Sie schämt sich.
Fiona dreht sich zu Josy, die sie mit einer hoch gezogenen Augenbraue ansieht: "Wir müssen jetzt etwas unternehmen, da wir nicht so viel Zeit haben. Wir werden nicht die Letzten sein, die sie los werden will. Es werden auch noch andere kommen. Vielleicht sogar direkt Mathilda."
"Definitiv. Wir müssen sie aufhalten.", antwortet Josy und nickt
Nach einer kleinen Überlegung beschließen sie, dass Mathilda in der Schulbibliothek nach einem Zauber sucht um den Bann von der Hütte zu nehmen, damit sich Fiona und Josy wieder außerhalb des Kreises bewegen können. Danach wollen sie herausfinden, was Caligo eigentlich ist.
Als Mathilda sich wieder auf den Weg zur Villa macht, setzen sich Fiona und Josy wieder vor die Hütte. Josy beißt sich auf die Lippe und Fiona fragt sie was sie hat.
"Ich habe in der Nacht, bevor wir hier her gebracht wurden, von einem Mann geträumt, der in einem dunklen Raum aufgewacht ist. Hinter ihm war ein Knurren und er rannte um sein Leben. Das Knurren von dem Monster heute Nacht hörte sich genau so an.", antwortet Josy. Beide sehen zur Villa.

© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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