Montag, 7. März 2016

Das Interview

Sie sieht in die Leere und fragt sich, wann sie wohl aufwachen wird, denn es fühlt sich an wie ein Traum.
Es ging alles so schnell. Eigentlich war es nur eine fixe Idee, welche sie aus Jux und Dollerei auf Papier niederschrieb. Sie lag mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus und hatte Zeit. Das ihre Schwester sich das Skript aneignen und einfach in ihrem Namen zu einem Verlag schicken würde, hätte sie nie gedacht. Und noch weniger sogar, dass der Verlag an ihrer Ansammlung von Kurzgeschichten Gefallen finden würde und sie nun sogar veröffentlicht hat. Seither ist sie auf "Buchtour". Sie hat Lesungen und sogar Interviews mit Journalisten, ist sogar für die  SBA (Seppo Blog Award) nominiert. Als sie den Brief mit ihrer Nominierung öffnete, wusste sie nicht, wie ihr geschah. Der Stein den ihre Schwester ins Rollen gebracht hatte, hat sich zu einer Lawine entwickelt.
Sie sitzt einem Mann gegenüber, der das Nominierungsinterview mit jedem einzelnen Teilnehmer führt. Ein Mann mit Bart, leichten Geheimratsecken und großen Augen. Er trägt ein hellblaues Hemd und eine rote Sweatshirtjacke. Er ist ungewohnt leger gekleidet und grinst, stellt sich kurz als "Seppo" vor und öffnet eine Mappe, die vor ihm liegt. Ihre Schwester riet ihr, sich auf das Interview vorzubereiten, was sie natürlich auch tat. Seppo ist selbst Autor und Blogger (http://seppolog.com/) und der Urheber des SBA. Im letzten Jahr gewann er die Auszeichnung sogar selbst. Etwas an ihm macht sie nervös, sie ist etwas eingeschüchtert.

Er räuspert sich.
"Bevor wir beginnen, würde ich das Gespräch gern etwas lockern, indem ich dir ein paar Belanglose Fragen stelle. Okay?"
"Okay." sagt sie.
"Was ist deine Lieblingsfarbe?"
"Definitiv Türkis... und Gelb."
"Gleich zwei?" fragt er verdutzt.
"Ja, ich mag beide sehr gerne."
"Und wenn du dich entscheiden müsstest?"
"Mmh... das kann ich nicht sagen."
Er lacht und sagt: "Ich denke, wir können mit dem eigentlichen Interview beginnen."
Sie nickt und schluckt einmal. Interviews sind ihr unangenehm. Ihre Schwester ist immer sehr darauf bedacht, dass sie das Richtige sagt, damit nichts negatives über sie veröffentlicht wird. "Es ist wie bei Gericht, alles kann gegen dich verwendet werden. Also pass gut auf, wie du deine Antworten formulierst. Journalisten sind gewitzt." sagt sie immer. Recht hat sie. Man liest ja öfter von solchen Dingen. Das schöne ist allerdings, dass sie meistens alle dieselben Fragen stellen.

"Also... was haben Seppo und du gemeinsam?" fragt er.
"Was?" fragt sie verdutzt.
"Oh, Entschuldigung. Ich habe gerade nur abgelesen und keine multiple Persönlichkeit!" er lacht wieder. Sie ist etwas verdutzt.
"Also, was haben du und ich gemeinsamIch darf doch dutzen oder?" fragt er.
"Ist das noch eine Auflockerungsfrage?" möchte sie wissen.
"Welche der beiden Fragen?" 
"Die Erste. Klar, können wir uns dutzen. Das ist okay."
"Sehr schön. Und nein, die zweite Frage gehört jetzt zum Interview." sagt er. Er lächelt.
"Ähm...," sie räuspert sich kurz. "Nun, ich denke zu allererst die Nominierung für die SBA. Du warst im letzten Jahr nominiert, ich in diesem Jahr. Außerdem glaube ich, dass wir beide sehr kopflastig sind."
"Wie kommst du darauf?" fragt er und legt den Kopf schief.
"Nun, ich habe mir selbstverständlich deinen Blog angesehen und verfolge ihn seither auch regelmäßig. Du siehst die Welt wie ich, nicht nur in schwarz und weiß. Du siehst die vielen Facetten und bist nicht so oberflächlich. Du hinterfragst, machst dir Gedanken. Ich bin da genau so, ich kann nicht anders."
Er schreibt mit und nickt.

"Wieso hättest du die SBA nicht verdient?"
"Nicht?"
"Genau."
Wieder muss sie überlegen, die Fragen sind irgendwie seltsam...
"Weil ich keine reguläre Bloggerin bin und mich eher auf das Schreiben von fiktiven Geschichten konzentriere."
"Ist das denn ein Grund?"
"Ich weiß nicht, sag du es mir. Du sitzt in der Jury." sagt sie. Er lacht wieder und macht sich Notizen.
"Wieso läuft eigentlich kein Aufnahmegerät?" fragt sie.
"Ich mag es eher Oldschool." sagt er während er schreibt. Sie nickt. Na dann...

"Eine Woche lang keine (soziale) Technik: kein Handy, kein Facebook, kein Blog - nichts. Was würde das mit dir machen?"
"Ich glaube, zuerst wüsste ich nicht viel mit mir anzufangen. Wir sind ja alle von der heutigen Technik verwöhnt. Aber ich denke, ich würde mir ein Buch schnappen, mich auf eine Bank setzen und draußen dann die Zeit für mich genießen... das habe ich schon länger nicht mehr gemacht."
"Und wenn es regnet?"
"Dann setze ich mich in meinen Ohrensessel und lese dort oder ich schnappe mir Mamas alte Schreibmaschine und haue in die Tasten."

"Und was inspiriert dich für deine Themen, wenn du in die Tasten haust?" fragt er interessiert.
"Meine Umwelt. Wenn ich etwas sehe, höre oder fühle. Sehe ich eine Romanze, habe ich Lust über Liebe zu schreiben. Höre ich Nachrichten im Radio, habe ich Lust über aktuelle Probleme oder Themen zu erzählen." sagt sie.
"Mmh-mmh..." sagt er und schreibt wieder auf seinem Notizblock.

"Sag mal... wer hat dir das Gehirn eigentlich so manipuliert, dass du an so einem Wettbewerb teilnimmst?" fragt er ohne aufzuschauen.
"Also... Moment, was?" fragt sie verdutzt.
"Ja, also... ich meine wer dich zu der Teilnahme bewegt hat." erklärt er sich.
"Ähm... ich selbst. Ich habe gesehen, dass dieses Jahr die Auszeichnung wieder verliehen wird und war fasziniert. Ich wollte einfach mein Glück versuchen." (und Publicity ist Publicity)

"Wer sollte deine Geschichten (/Blog) besser nicht lesen?" fragt er plötzlich.
"Hä? Also irgendwie finde ich manche Fragen etwas komisch..." sagt sie skeptisch und sieht ihn schief an.
"Ich halte nichts von kommerziellen Interviews. Ich mag es ausgefallen." sagt er beiläufig und zuckt mit den Schultern.
"Aha."
"Also?"
"Was meinst du?"
"Du hast nicht geantwortet."
"Achso, Entschuldigung. Ich war noch etwas verwundert."
"Kein Problem, die Reaktion kenne ich schon."
"Ähm, nun. Eigentlich kann jeder meine Geschichten lesen. Jedoch kommt es auch auf die Geschichte an. Ich lege mich nicht auf ein Genre fest, daher sollten Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren vielleicht nicht gerade eine Horror- oder Erotikgeschichte von mir lesen."
"Erotik?"
"Ja."
"Interessant..." er macht sich erneut Notizen.

"Okay, nächste Frage. Von einer Skala von 1 - 10: was isst du am Liebsten?"
"Die Frage ergibt keinen Sinn..."
"So würde ich das nicht sagen." sagt er und grinst wieder.
"Ich liebe Spaghetti, die bekommen von mir sogar eine 15!"
"Na, jetzt werd' nicht unrealistisch."
"Du hast ange-..."

"Ja ja, ich weiß. Machen wir weiter: welchen Titel hatte deine erste Kurzgeschichte (Blogeintrag), welchen Titel wird deine letzte haben?"
"Die erste Geschichte hieß 'Der Herzschlag ist immer gleich'. Ich habe leider keine Glaskugel, deswegen kann ich den letzten Teil der Frage nicht beantworten. Tut mir leid."

"Schade... und was frühstückst du?"
"Gegenfrage: was haben diese Fragen mit der Auszeichnung zu tun?" fragt sie und lehnt sich leicht vor.
"Mehr als du denkst! Das ist von bedeutender Wichtigkeit!" antwortet er und hebt den rechten Zeigefinger in die Höhe.
"Na, wenn dem so ist... ich frühstücke eigentlich nicht. Und wenn doch, dann ein Körnerbrötchen mit Pute oder Obst."
"Morgens musst du aber was essen, sonst fällst du vom Fleisch." antwortet er bedächtlich.
"Ich glaube nicht, dass ich verhungern werde." sie verschränkt die Arme.
"Ich mein ja nur..."
"Nächste Frage?"

"Gute Idee: Katze oder Hund?"
"Katze."
"Sicher?"
"Ja, wieso?"
"Dachte, du bist eher der Hundetyp."
"Ich komme mir vor, wie bei einer Partnervermittlung..."
"Wieso das?"
"Die Fragen erinnern mich daran..."
"Hast du da Erfahrung?"
"Nein, aber man kennt ja das Klischee."

"Das stimmt. Kennst du eigentlich sonst keinen dem du das erzählen könntest?" sagt er.
"Nein, denn ich kenne niemanden, der mich solche Dinge fragen würde."
"Außer die Partnervermittlung." 
"Wenn, ich dort angemeldet wäre." sie grinst und zwinkert.
"Flirtest du jetzt mit mir?"
Sie lacht: "Nein."

"Wer liest dich überhaupt?"
"Ich führe da kein Buch. Aber ich weiß zumindest, dass du mich liest. Du hast mich nominiert."
"Erwischt!"

"Was müsste eigentlich geschehen, damit du mit dem Schreiben (/Bloggen) aufhörst?"
"Mir müssten die Hände abfallen." 
Er lacht. Vielleicht stellt er sich das gerade vor. Sie tut es zumindest und verzieht das Gesicht. Das wäre furchtbar.

"Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen am meisten?"
"Ehrlichkeit."
Er zuckt zusammen. "Das kam ja wie aus der Pistole geschossen!" sagt er.
"Weil es mir so wichtig ist. Da muss ich nicht lange überlegen." sie lächelt. Es ist zwar ein sehr unübliches Interview, aber eine schöne Abwechslung zu den anderen.

"Und was ist deine beste Eigenschaft?"
"Ich bin treu... oder treudoof. Wie man's nimmt."
"Das kann aber auch negativ sein."
"Ja, das stimmt. Treu bin ich halt immer, egal was der Andere macht. Vielleicht ist das naiv, aber ich glaube an das Gute im Menschen."
"Wie im Film..."
Sie lacht: "Das stimmt."

"Was ist dein größter Fehler?" fragt er.
"Ich mache mir manchmal zu viele Gedanken und interpretiere in manche Dinge zu viel rein."
"Da wären wir wieder bei der Kopfmensch-Sache... hast du da ein Beispiel?"
"Mmh... du sitzt mit jemanden, den du kennst, in einem Raum und er redet nicht mit dir. Ich würde mich direkt fragen, was ich falsch gemacht habe, weil er/sie nicht mit mir spricht. Dabei kann die Person gerade nicht sprechen, weil er/sie sich gerade tierisch auf die Zunge gebissen hat."
"Klingt sehr plausibel."
"Finde ich auch."

"Wie denkst du denn, dass dich andere Menschen sehen?"
"Oh Gott, das ist eine schwere Frage..." sagt sie und seufzt.
"Denk ruhig drüber nach." sagt er und lächelt.
"Ich glaube, manchmal sind sie genervt, weil ich mir über alles und jeden den Kopf so sehr zerbreche. Aber im allgemeinen denken sie wahrscheinlich, ich bin eine nette und freundliche Person. Vielleicht sogar auch witzig?"
"Bestimmt." er nickt.

"Was würdest du denn niemals veröffentlichen (/auf deinem Blog posten)?"
"Geschichten, die jemanden beleidigen oder verletzen könnten."

"Glaubst du neben Seppos Blog noch an andere Wunder?... oh warte, wieder abgelesen."
"Ich habe die Frage aber diesmal verstanden." lacht sie.
"Und tust du?"
"Ja, ich denke schon. Ich glaube zumindest an die Retourkutsche."
"Was soll das denn sein?"
"Was du nicht willst, was man dir nicht tu, das füge nie jemand anderen zu. Leute die einem etwas schlechtes wollen oder antun, bekommen es immer zurück. Das ist Schicksal, das ist Kharma. Daran glaube ich ganz fest."
"Schon erlebt?"
"Mehrmals."
"Ist ja interessant..."

"Wenn du einen Gegenstand in eine Zeitkapsel legen könntest, die erst in 100 Jahren geöffnet werden würde, welcher Gegenstand wäre es?"
"Ein Foto, auf dem ein Park zu sehen ist. Mit einer grünen Wiese, Blumen, Bäumen... und ein Springbrunnen."
"Wieso denn das?"
"Die Leute hängen jetzt schon sooft vor den Bildschirmen. Ich denke, in 100 Jahren werden sie nicht mal mehr wissen, wie ihre Umwelt aussieht, wenn das noch schlimmer wird. Abgesehen davon, wissen wir nicht ob die Natur, so wie wir sie heute kennen, noch so existieren wird."
"Ziemlich öko...?"
"Ist das nicht realistisch? Wenn du dir unsere Welt so ansiehst, ist das gar nicht so abwegig..."
"Ja, da hast du wohl Recht..." 
Kurzes Schweigen.

"Was bedeutet eigentlich Schreiben für dich? Was macht es mit dir?"
"Ich kann alles um mich herum vergessen und einfach in eine Welt eintauchen, die ich erschaffen habe. Ich kann aus dem Alltag flüchten. Das ist quasi wie ein spontaner Kurzurlaub."
"Apropo Urlaub... wusstest du das 14 von 100 Deutschen im Urlaub fremdgehen?"
"Wie kommst du denn jetzt darauf?"
"Das war die Überleitung zur nächsten Frage."
"Die da wäre?"

"Wie würdest du mich ins Bett bekommen?" er grinst.
"Das steht nie im Leben auf deinem Interviewbogen..."
"Wollen wir wetten?"
"Zeig her!" Er steht auf und geht um den Tisch. Seppo hält ihr den Bogen hin und tippt auf die Stelle an der die Frage steht. Ungläubig sieht sie ihn an.
"Ist das dein ernst?" fragt sie empört.
"Du solltest mittlerweile gemerkt haben, dass ich nicht so ein ernster Mensch bin." lacht er.
"Na, wenn das so ist... dann würde ich sagen dass ich dich mit einem schönen Tablett mit reichlich Brötchen, Zwiebeln und einem dicken Mettigel beim Dinner überraschen würde. Damit hätte ich dich."
Er guckt ein bisschen schief und notiert sich die Antwort.
"Was? Männer stehen auf doch auf Mett und Zwiebeln." sagt sie.
Er lacht.

"Das bringt mich auf die nächste Frage: was macht Mannsein für dich aus? Was Frausein?"
"Naja, auf jeden Fall kein Mett. Ich finde es wichtig, wenn ein Mann einen beschützen kann. Sie müssen ihre Frau verteidigen können."
"Klingt plausibel. Wir sind ja auch das stärkere Geschlecht..." er grinst.
"Schon mal eine Bodybuilderin und einen Schmächtling nebeneinander stehen gesehen?"
"Ausnahmen bestätigen die Regel. Und was ist fraulich?" 
"Kurven. Frau müssen Kurven haben."
"Männer bekommen eine psychische Eigenschaft und Frauen eine physische? Wie kommt das?"
"Ich weiß nicht... Frauen ticken eigentlich alle gleich. Das macht sie aber für mich nicht gerade fraulich. Ich finde es weiblich, wenn man auch sehen kann, dass sie Frauen sind. Bei dürren Klappergerüsten kann man das doch nicht erkennen. Bei Männern sieht man in 95 % der Fälle direkt, dass sie Männer sind. Da macht der Charakter die Männlichkeit an sich aus."
"Ist das auch wichtig für eine Beziehung?"
"Kommt drauf an, was sich die Beteiligten wünschen und vorstellen."

"Was bedeutet denn das Konzept der ewigen Liebe für dich? Ist es möglich? Wünschenswert?"
"Ewige Liebe gibt es. Sie ist möglich und ich wünsche sie jedem einzelnen Menschen dieser Welt. Sie bedeutet, deinen Seelenverwandten gefunden zu haben. Du siehst ihn oder sie und es macht einfach... klick. Denn er oder sie erfüllen dich und machen dich erst komplett. Manchmal machen sie dich sogar erst zu dem, was du bist. Das kommt aber wieder auf den Menschen selbst an. Man sollte sich selbst ja auch treu bleiben. Aber die Liebe, spielt eine der größten Rollen im Leben eines Menschen."
"Oha, ich merke du bist eine Romantikerin."
"Durch und durch!"
"Schnulzen wie Titanic brauchen ja schließlich Publikum..." lacht Seppo.
"Ich finde Titanic wundervoll" sie schmunzelt, er notiert.

"Warum sind 28 Fragen zu viel?" fragt er.
"Waren das bereits 28 Fragen?"
"Nein, es kommen noch drei. Also: warum?"
"Also wäre ich mit dem Bus da, hätte ich meinen sicherlich bereits verpasst. Nicht, dass ich nicht gerne mit dir plaudere. Du bist bisher der beste Interviewpartner, den ich je hatte. Aber es zieht sich schon ein bisschen in die Länge... nicht, dass sich jemand langweilt."
"Schleimerin..."
"Das meine ich ernst!"

"Okay," er grinst. "Blogger/Autoren seien Selbstdarsteller heißt es. Wieso stimmt das - und ist da schlimm?"
"Natürlich stimmt das. Wir schreiben über die Dinge die vorrangig uns interessieren und die wir mögen, deswegen kommen wir ja auf die Ideen. Wir schreiben es nieder, weil wir es lieben. Es ist lediglich so, dass es Menschen gibt die unsere Meinung teilen oder interessiert und deswegen unsere Werke lesen."
"Klingt plausibel."
Sie nickt.

"Warum machst du bei dieser Nummer mit?"
"Hast du etwas ähnliches nicht bereits vorhin gefragt?"
"Nein, ich fragte, wer dich dazu gebracht hat."
"Ach ja... naja, möchte nicht jeder mal einen Preis oder eine Auszeichnung bekommen?"
"Ich denke schon."
"Siehst du..."
"Letzte Frage..."
"Endlich."
"Wie war das?"
"....... schändlich."
"Hä?"
"Na,... weil es schon die letzte Frage ist."
"Tut mir leid."
"Nicht schlimm."

"Wie löst du zwischenmenschliche Konflikte? Offensiv, defensiv oder gar nicht?"
"Ich spiele immer mit offenen Karten. Habe ich ein Problem, tue ich es kund. Ich bin kein Fan von der Hinten-rum-Nummer. Man sollte sich zusammen setzen, reden und eine Lösung für das Problem finden."
"Klingt sehr erwachsen."
"Alles andere finde ich nicht richtig. Es gehören immer mindestens zwei dazu."
"Jop."
"Jetzt habe ich eine Frage."
"Ja?"
"Wieso sind das so viele Fragen gewesen und wieso sind die so unterschiedlich?"
"Das sind zwei Fragen."
Sie schaut ihn an und zieht eine Augenbraue hoch.
"Nun, jeder der Teilnehmer hatte die Möglichkeit Vorschläge für den Interviewbogen vorzutragen und da waren so viele Gute dabei."
"Das Memo habe ich wohl nicht bekommen."
"Doch, sicherlich."
"Naja, 28 Fragen reichen ja auch."

Er nickt und sie lacht. Sie streckt sich und hat das Gefühl endlich aufgewacht zu sein. Sie weiß, dass das Ganze kein Traum ist. Sie verabschiedet sich von Seppo und geht raus, wo ein Wagen auf sie wartet. Als sie auf ihr Handy blickt, sieht sie, dass ihre Schwester ein paar Mal angerufen hat. Sicherlich möchte sie wissen, wie es gelaufen ist. Wenn sie das bloß wüsste...

1 Kommentar:

  1. Ich lach mich grad schief, das ist das geilste Interview ever ;-)
    Da wäre ich sehr gerne dabei gewesen lach

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