Dienstag, 24. November 2015

Du machst mich echt fertig

Ich sehe dich vor mir. Du tust auf klein und unschuldig, aber wir wissen beide, dass du das nicht bist. Du bist hinterlistig, gemein und trügerisch. Man könnte auch meinen, du seist abgrundtief böse. Eine Ausgeburt der Hölle, eigens geschaffen um Menschen wie mich zerstören zu wollen. Ich bin davon überzeugt, dass das die Wahrheit ist. Deine Anhänger scharen sich um dich. Manche verehren dich richtig und richten ihr Leben nach dir. Sie sind geblendet und sehen nicht deine Böswilligkeit, ich schon. Doch ich kann dich nicht zur Strecke bringen! Ja, du magst stärker als ich sein, deine Anhänger um den kleinen Finger wickeln, aber auch du bist nicht perfekt. Bild dir darauf ja nichts ein! 


Ich fange an innerlich zu kochen und dein Stellvertreter steht ein paar Meter vor mir und beobachtet mich aus dem Augenwinkel. Er sieht meine Angespanntheit und kommt auf mich zu. "Gibt es ein Problem?" fragt er durch seine runde Brille. 'Auf deine Tricks falle ich nicht rein.' denke ich mir und sage nichts. Er zieht eine Augenbraue hoch, macht auf dem Absatz kehrt und verschwindet wieder. Die Zeit vergeht und ich kann mich nicht wehren, langsam verwandelt sich meine Wut in Angst. Was soll ich nur tun? Warum bin ich so hilflos? Dein Freund mit der runden Brille fängt an, bei sich eine Armee aufzustellen. Es werden mehr und mehr. Ich bekomme Panik, wo kommen die denn auf ein Mal alle her!? Der Schweiß läuft mir die Schläfe herunter und mir wird unerträglich heiß. Es werden immer mehr und sie bäumen sich zu einer undefinierbaren Masse vor mir auf. Ich habe das Gefühl immer kleiner zu werden, mir wird schwindelig. Was habe ich dir getan? Ich bin unschuldig! Aber es ist zu spät, es sind zu viele. Ich habe verloren, wurde erneut zur Strecke gebracht. 


Verfluchst seist du! Verflucht seist du Mathematik mit deiner Armee von Zahlen!

© Dia Nigrew/Claudia Wergin

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